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Hoteliersbericht der FAS vom 14.12.‚ein Schuss in’s Knie‘!

Beim Lesen fällt einem sofort der Spruch ein: „Ach, kommen Sie mir doch nicht mit Fakten – der Fall wird politisch entschieden!“. Denn erstens ist es wohl ein Unterschied, ob ein Steuersatz für lediglich die Beherbergung oder für die ‚Hoteliers‘ reduziert wurde; zweitens gab es wie bei der Abwrackprämie  klare Zielsetzungen bei der Steuerreduzierung: Harmonisierung der Steuerlast auf europäisches Niveau, Investitionsanreize und Zukunftssicherung für Beschäftigung. Selbstverständlich stand nirgends geschrieben, daß Hotelbetreiber sich ‚die Taschen vollstopfen‘ sollen – aber auch nicht, daß sie zusätzliche Mehreinnahmen (nur) an ihre Gäste weitergeben sollten  - und somit keine Mittel mehr für die o.a. Maßnahmen mehr hätten. Im Endeffekt sprechen die Fakten eine viel positivere Sprache, als der FAS Artikel suggeriert. Dessen Redakteur will anscheinend nur seine Klientel bedienen,  denen ‚die Hoteliers‘ entweder zu wenig rot sind oder dem Typus des ‚feinen Pinkels‘ angehören sollen. Kann man ja verstehen: wie sich das schon anhört – ‚Hoteliers‘! Da klingt für den Unbedarften immer schon Champagner, Kaviar und französisches Feudalherrentum mit: ein offensichtlicher, himmelschreiender Anachronismus in der Welt von Provinzprofessoren, Gutmenschen und Weltverbesserern.

Will eigentlich niemand wissen, daß die überwiegende Zahl von Hotelbetreibern in Deutschland kleine bis mittelständische Unternehmer sind, die zu den am härtesten arbeitenden Menschen in diesem Lande zählen und mehr Arbeitnehmer beschäftigen als die meisten anderen Branchen? Weil der Hotelier weder bei den Gewerkschaftern noch bei der Finanz- und Großindustrie eine großsprecherische Lobby hat, er seine Produktionsstätte auch nicht ins Ausland verlagern kann, eignet er sich prächtig als Prügelknabe der Journaille. Man kann offensichtlich straflos auf ihn eindreschen und auch noch Sympathien ‚beim Volk‘ erwarten. Leider auch bei der FAS/FAZ, denen das Wesen der Hotellerie trotz bester Quellen vor Ort scheinbar schon immer suspekt zu sein scheint – aber halt noch nie so offen feindselig wie im Artikel vom letzten Sonntag.

Wie kann es sein, daß eine steuerliche Maßnahme nur auf den Aspekt einer Weitergabe von Einnahmen an Kunden beurteilt wird – und die FAS ignoriert diese offensichtliche Einseitigkeit?

Wie kann es sein, daß Aussagen von Politikern von der Presse mehrheitlich kommentarlos akzeptiert wird, wonach Steuermindereinnahmen pro Jahr in Milliardenhöhe prognostiziert, diese ein Vielfaches kompensiert wurden durch Milliarden zusätzlicher Investitionen und Schaffung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze? Und das in einem Umfeld, wo gerade diese Art von Beschäftigung kontinuierlich sinkt – aber die Tagespresse diese Fakten nicht erfasst.

Wie kann es sein, daß offenbar aus Rache für ungerecht erachtete Steuerreduzierung in vielen Städten plötzlich sog. Bettensteuern erhoben werden – unter hanebüchenen Falschberechnungen und unter Mißachtung von Satzungen und (z.B. Datenschutz-) Gesetzen? Wo bleibt die kritische Berichterstattung?

Wie kann es sein, daß die Hotellerie, die wie kaum eine andere Branche Beschäftigung bietet für Jugendliche und Zuwanderer, die sonst nur schwer zu vermitteln sind – und kaum einer findet das besonders erwähnenswert?

Aber wenn ein Professor aus Tübingen seine eindimensionale Statistik veröffentlicht, woraus er folgert, daß sich die Hoteliers - natürlich unverdientermaßen – ‚die Taschen vollstopfen‘ – schon wird das Klagelied der sozialen Ungerechtigkeit angestimmt und ‚die Journaille‘ stimmt mit sorgenvollem Tenor ein….?

Übrigens ist mir kein Hotelier bekannt, der den zusätzlichen Steuergewinn mit oder ohne Betriebsrat für eine Lustreise nach Brasilien verwendet hätte – die überwiegende Zahl von Kollegen hat durch Investitionen vielen lokalen Handwerkern und Zulieferern geholfen, ihre Existenz zu sichern und den Mittelstand als solchen zu stärken. Vielleicht denkt mal jemand positiv und schaut genauer hin – das wäre schon mal einen guten Vorsatz zum neuen Jahr wert!

Peter Bierwirth
Betroffener

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